Lesson 5, Topic 1
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Wie prägst Du eine Kommunikations-Kultur?

Auch wenn die öffentliche Rede ein Highlight ist, wirst du täglich doch anders kommunizieren. Bei der Prägung einer Kultur geht es um eine bestimmte Art Dinge zu tun. In den USA ist es z.B. kulturell nicht angemessen „Nein“ zu sagen. Wenn dich jemand fragt, ob du ein Stück Käse haben möchtest, sagst du nicht: „Nein, danke“, sondern „Du kannst es zuerst haben“. Das zu lernen ist schwer. 

Jedes Land und jede Stadt hat eine Rede-Kultur, die automatisch in deine Gruppe hineinschwappt. Manches davon findest du vielleicht passend, manches möchtest du ändern. Insbesondere möchtest du eine Kultur fördern, die dem entspricht was uns die Bibel lehrt.

29 Kein hässliches Wort komme über eure Lippen, sondern wenn ein Wort, dann ein gutes, das der Erbauung dient, wo es nottut, und denen, die es hören, Freude bereitet.

Epheser 4,29

Lutherbibel

Oder die goldene Regel:

31 Und wie ihr wollt, dass euch die Leute tun sollen, so tut ihnen auch!

lukas 6,31

Lutherbibel

Erinnere dich daran, was wir am Anfang des Skriptes gesagt haben: Unsere Worte sollen kraftvoll und freisetzend sein. Durch die Art der Rede „erschaffst“ du eine Kultur in deiner Gruppe. Diese Kultur zu prägen ist Aufgabe eines Leiters und einer Leiterin. 


Die Frage ist: Welche Art von Kultur möchtest du genau prägen?


Hier ein paar Beispiele:

  • Wohlfühlkultur – Harmonie ist der Wert hinter aller Kommunikation
  • Wagniskultur – Gefeiert werden Glaube, Siege, Niederlagen und Mut
  • Sicherheitskultur – Wichtig sind Erklärungen und Transparenz über Details
  • Beziehungskultur – Wertschätzung und Anteilnahme sind wichtig
  • Leistungskultur – Es werden Ergebnisse gemessen und vermittelt.
  • Toleranzkultur – Es werden Unterschiede als Bereicherung betont.

Du fragst dich sicher was die richtige „biblische“ Kultur ist. Die einheitliche Antwort darauf gibt es nicht. Gott hat aber mit deiner Gruppe einen Auftrag und demensprechend wirst du eine Kultur erschaffen.


Du hast mehrere Möglichkeiten dazu Kultur zu prägen.


Zweiergespräche

Vertrauen kann nur geschenkt werden. Du brauchst aber für jedes Gespräch Vertrauen. Je nach Kultur gibt es deshalb oft einen Smalltalk vor dem eigentlichen Thema. Smalltalk schafft die Vertrauensbasis für das eigentliche Gespräch. Vertrauen baust du auf, indem du etwas über dich preisgibst. So kannst du über deine Familie sprechen, oder das was du mit Gott erlebt hast, oder eine Begegnung, die du hattest, die dich inspiriert hat. Dein Ziel ist es eine gemeinsame Basis zu schaffen. 


Im eigentlichen Gespräch versuchst du je nach Anlass zu agieren. So wird ein Konfrontationsgespräch anders verlaufen als ein Einstellungsgespräch. 


Ein paar generelle Punkte:

  • a. sei aufmerksam. Schaue nicht auf dein Handy, und auch nicht zum Fenster raus. In unserer Kultur schaut man nicht dauerhaft direkt in die Augen. Aber du solltest deine Augen auf dem Gesicht des Gegenübers ruhen lassen.
  • b. biete etwas zu Trinken und ggf. etwas zum Knabbern an. Das ist ein Zeichen der Achtung und vielleicht hat dein Gegenüber Durst oder Hunger und du kannst damit eine angenehme Stimmung erzeugen und ihm dienen. 
  • c. Frage mehr, als du redest. Wenn jemand dich besucht, dann höre, was er oder sie zu sagen hat. Signalisiere, dass du zuhörst und versuche nicht parallel zu denken, ob du diese Sache gut findest, oder nicht. Wer denkt, hört nicht zu. Fragen zu stellen ist eine Kunst. Stelle offene Fragen. Z.B. Was sollte geschehen, damit der Kinderdienst so richtig gut wird? 
  • d. Wenn du ablehnen musst, dann tue das auf eine liebevolle Weise. Wahrscheinlich hat sich dein Gegenüber vorbereitet und hat Hoffnungen in das Gespräch gesetzt. Mache es so, wie du es selber dir wünschen würdest. 
  • e. Schaffe eine Atmosphäre der Offenheit. Das ist vielleicht das Wichtigste. Ermutige den Anderen Dinge zu sagen, die er sich vielleicht nicht trauen würde, aus Angst du würdest ihn „seltsam“ finden. Das sind Momente in denen großartige Ideen geboren werden. 
  • f. Betet zusammen. Damit setzt du einen Ton. Du bringst Gott mit hinein. Traue dich prophetische Eindrücke weiterzugeben. Oft bringen diese Eindrücke noch am Schluss einen großen Schritt weiter.
  • g. Begleite dein Gesprächspartner hinaus. Geh mit ihm mindestens auf den Flur hinaus. Vielleicht auch bis auf die Straße. Das zeigt praktisch das du die Person wertschätzt.

Meetings

Einer Analyse des Marktforschungsinstituts Harris im Auftrag des kalifornischen Softwareanbieter Clarizen verlieren Beschäftigte weltweit im Schnitt 4,5 Stunden pro Woche durch Meetings, Konferenzen und Besprechungen, denen sie zwar aus Präsenzgründen beiwohnen müssen, die aber so gut wie keine Relevanz für ihre eigene Arbeit haben. Bei Führungskräften sieht die Bilanz noch unproduktiver aus, glaubt man der Studie. Demnach sind sie mit zusätzlichen 4,6 Stunden Vor- und Nachbereitung für Arbeitstreffen beschäftigt, in denen man entweder zu keinem relevanten Ergebnis kommt oder bei dem vor allem vor dem Großteil des Teams wesentliche Aufgaben oder Ergebnisse noch einmal wiederholt werden. Das bedeutet: Teamleiter verschwenden im Schnitt 9,1 Stunden pro Woche für Meetings, die wenig produktiv sind. Das ist für die Entscheider immerhin mehr als ein Arbeitstag pro Woche. 

Von Tina Groll, 21. Dezember 2016, www.zeit.de


Was bedeutet das für die Kultur in deiner Gruppe, wenn es viele Meetings gibt, die nichts bringen? Es sagt aus: Es ist o.k. Zeit zu verschwenden, denn wir glauben sowieso nicht, dass die Mitarbeiter etwas Sinnvolles beitragen können. Und genau das glauben auch viele Menschen. In Meetings geht es oft darum sich ein OK von den Mitarbeitern für etwas einzuholen, dass sowieso schon so entschieden wurde.



Wie kannst du eine Kultur der Wertschätzung prägen?


  1. Fange pünktlich an, höre pünktlich auf.
  2. Mache kein Meeting über 60 Minuten.
  3. Sage vorher was die TOP´s sind bzw. schicke die allen TN vorab.
  4. Beginne mit Gebet oder einer kleinen geistlichen Betrachtung. Damit lenkst du die Aufmerksamkeit auf Gott. Alle kommen aus irgendeiner Arbeit zu dem Treffen. Damit haben Sie die Möglichkeit etwas abzulegen.
  5. Kläre, was erwartet wird: Sollen die MA etwas kommentieren, selber kreativ werden, etwas vorstellen oder etwas entscheiden? 
  6. Nutze Konflikte im Meeting um deine Kultur zu prägen. 
  7. Sprich mind. 1x monatlich über Werte der Organisation in einer kurzen Ansprache. Wiederholung ist die Mutter der Weisheit. Auch wenn es manche nervt. Mache es kurz und nicht so pathetisch.


Was prägst du für eine Kultur, wenn du z.B. bei jedem Meeting Essen bereitstellst, oder wenn es jedes Mal eine kleine Bibelarbeit gibt? Oder wie ist es, wenn ihr immer stehen würdet statt zu sitzen. Was gibt es zu Trinken? Es hängt also alles davon ab, was du prägen möchtest.


Mails

Mails oder andere schriftliche Kommunikation über Textmessanger prägen den Ton deiner Gruppe. Hier sind die Mitarbeiter „unter sich“ und schreiben, was sie denken. Hier ein paar do´s und dont´s.


Do´s

  • Muss die Mail geschrieben werden? Gibt es auch einen besseren Weg es zu klären?
  • Eine Mail, ein Thema.
  • Schreibe immer etwas Ermutigendes am Anfang oder Ende deiner Mail. So freut sich der Empfänger und du setzt das Klima in deiner Organisation. 
  • Sage deutlich was du möchtest. Soll der Empfänger etwas tun, oder soll er nur informiert sein? Du kannst die „Bold“ Funktion deines Mailprogramms gerne auch mal nutzen um etwas deutlich zu machen. 
  • Suche dir einen interessanten „Abschlussgruß“ aus. Langweilig ist: „liebe Grüße“. 
  • Gestalte deine Signatur. Wenn du für eine Organisation schreibst, achte darauf, dass immer die rechtlichen Informationen nach der DSGVO vorhanden sind. Ein Logo sollte so klein sein, dass es nicht zu dominant wird.
  • Wenn der Adressat die Infos die du ihm sendest behalten soll, mache einen Anhang.

Don´t

  • Nie, nie, nie eine Konfrontation per Mail führen. Rufe an, oder triff dich persönlich. Deine Mail wird bis zum jüngsten Tag gegen dich verwendet werden können.
  • Setze nur die Leute in CC, die es wirklich wissen müssen. 
  • Achte drauf, dass du BC und CC entsprechend benutzt. Blindkopien sind angebracht, wenn du an eine Gruppe schreibst, die aber nicht zu deiner Organisation gehört.
  • Lange Mails: Eine Mail die länger ist, als diese beiden Blöcke zusammen wird niemand lesen.
  • Frustmails: Manchmal kann es helfen, wenn du eine Person konfrontieren möchtest. Du kannst dazu eine Mail schreiben, und auch immer wieder abändern. Wenn du fertig bist, lösche die Mail. Du hast dich jetzt gesammelt und kannst das auch mündliche klären. 
  • Namen und persönliche Dinge gehören nur sehr begrenzt in eine Mail. Denke daran, dass eine dritte Person beim Empfänger ggf. die Mail liest. 
  • ... sicherlich findest du noch etwas was du ergänzen kannst.

Zusammenfassung:

Gestalte gezielt die Kommunikationskultur innerhalb deiner Gruppe, indem du systematisch die gemeinsamen Ziele und die Vision in das Bewusstsein der Mitglieder einbringst. Gewährleiste dabei die Bewahrung der zugrundeliegenden Werte, um sicherzustellen, dass diese nicht vernachlässigt werden.