Lesson 4, Topic 1
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Wie kommunizierst du Vision und Ziele

Visionen und Ziele sind entscheidend, um eine Gruppe zu führen. Du hast im ersten Kapitel gelernt, dass Worte Realitäten erschaffen. Jede Gruppe braucht Ziele, um zusammenzubleiben und Spannungen zu überwinden. Eine Vision ist eine Richtung, die eine Gruppe einschlägt, weil sie davon überzeugt ist, dass es ihr Auftrag ist. Eine Vision ist wie ein Leuchtturm an der Küste. Er gibt die Richtung an, in der sich die Gruppe bewegt. Die daraus abgeleiteten Ziele helfen den Zeitrahmen zu definieren, wie Entscheidungen getroffen werden. Das ist wichtig, weil es immer verschiedene Möglichkeiten des Handelns gibt. 


Je nach Leitungsstruktur hat der Pastor ein mehr, oder weniger kraftvolle Stellung. Aber eine Gemeinde oder Gruppe hat immer einen oder mehrere Leiter/innen. Diese sind dafür verantwortlich, von Gott Vision zu bekommen und in Ziele umzusetzen.



Typische Kommunikationsprojekte:

  • Du möchtest ein neues Kleingruppensystem bauen und möchtest das in die Gruppe hineintragen. Wo fängst du an?
  • Eine Gruppe in deiner Gemeinde ist mit einem Beschluss unzufrieden, du versuchst sie zu gewinnen.
  • Du merkst, dass die Gruppe an eine Wachstumsbarriere gestoßen ist und möchtest die Menschen für die nächste Phase vorbereiten
  • Ein enger Mitarbeiter von dir redet hinter deinem Rücken schlecht über dich
  • Du willst einen Konflikt zwischen zwei rivalisierenden Gruppen in der Gemeinde schlichten.
  • Deine Stadt findet, dass ihr eine Sekte seid. Du möchtest gerne bessere Beziehungen aufbauen.
  • Du willst andere Leiter/in gewinnen um ein gemeinsames Projekt für die Region anzustoßen
  • Du willst Wege finden um deine Mitglieder für Evangelisation zu gewinnen.
  • Du willst einen Newsletter für deine Gruppe starten. Was ist wichtig?
  • Eine Gemeinde öffnet in deiner Nachbarschaft und deine GD Besucher schauen sich die Gruppe öfter an. Du wirst nervös.
  • Nach einem Gespräch mit einem Mitglied deiner Gruppe fühlst du dich immer schlecht. Du möchtest es verändern.
  • Mitglieder der Gruppe fühlen sich nicht gehört. Du möchtest aber nicht tun, was sie wollen. 
  • Du möchtest den Inhalt der Webseite von deiner Sekretärin pflegen lassen. Was kannst du abgeben, was nicht?
  • Die Stimmung in der Gruppe ist negativ. Du kannst es nicht richtig erfassen was los ist. 
  • Du willst die Anzahl der GD Besucher erfassen. Einige Mitarbeiter finden das unbiblisch. Was tust du?
  • Dein Sprechermikro fällt immer wieder aus. Du hast schon mehrfach nachgehakt, aber es kommt immer wieder vor. Wie verbesserst du die Situation?
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Eine Vision entwickeln

Implizit

Ein umformuliertes Drängen im Herzen, Gefühle und Instinkten sind in dieser Phase vorhanden. Durch die Bibel oder im Gebet empfängst du etwas. Die Vision bewegt sich, aber sie ist noch im Verborgenen. Die erste Bewegung ist die von Gott zu deinem Herzen. 

Die zweite Bewegung ist vom Herz in den Mund. Hier ist die Herausforderung, in einen Prozess zu gehen, der die Eindrücke und Gefühle formuliert und kommunizierbar macht.

Dieser Prozess der Klärung führt zu einem klaren Bild der Zukunft. Was ist unser Traumzustand? Welche Veränderung wollen wir erreichen? Was soll in der Welt anders sein? Er ist nie zu Ende und verändert sich mit dem Fortschreiten. Aber je klarer und bildhafter, desto besser kann man Perspektive vermitteln.

Explizit

Die Vision wird klarer. Du kannst darüber reden. Worte beschreiben, was anliegt und wichtig ist. Menschen zeigen ihre Reaktion auf die Vision. In Gesprächen werden neue Aspekte klar. Die Klärung ist ein immerwährender Prozess, aber es besteht ein Grundgerüst. Die Herausforderung hier ist, die Klarheit weiter zu schärfen, klar zu kommunizieren und andere für die Vision zu gewinnen. Wenn andere sich in der Vision wiederfinden, dann kommst du in einen entscheidenden Schritt: die Verbindung zur Realität.

Plan

Ohne einen Plan bleibt die Vision nur ein Wortkonstrukt. Ein Plan hilft, sich über die Details Gedanken zu machen und gemeinsam die Annahmen zu prüfen. Es ist außerdem eine gute Team-Übung, um eine gemeinsame Sicht der Zukunft zu präzisieren. Peter Druckers 5 Fragen sind ein toller Startpunkt, um das Grundgerüst für einen Plan zu schmieden:

  • Was ist unsere Mission?
  • Wer ist unsere Zielgruppe?
  • Worauf legt unsere Zielgruppe wert?
  • Woran merken wir, dass wir Erfolg haben?
  • Was ist der Plan?

Manche bleiben bei Slogans stehen, aber erst jetzt kommt die Vision in einen Rahmen, wo sie Kraft entfalten kann. Zusammen mit dem Team ist jetzt darüber zu reden, wie ihr von der Traumzukunft zu einer Strategie und Schritten kommt. Dadurch werden Annahmen klar, die ihr teilt und die Vision unterstützen; die Schwerpunkte, die ihr setzen wollt; und die Prioritäten und Möglichkeiten, denen ihr folgen wollt. Dieser Prozess der Planung bindet das Team zusammen und gibt der Vision ein Rückgrat.

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Wirkung

Letztlich ist es entscheidend, was die Vision für die Gruppe tut. Ein Visions-Statement allein ist wenig wert. Letztlich ist das Ziel einer Vision ihre Wirkung – sie soll die Herzen von Menschen bewegen, ihre Träume freisetzen und ihre Kräfte mobilisieren. Dazu muss die Vision in den Kern des Gruppenlebens verankert werden, dort Entscheidungen und Werte prägen und immer präsent sein. Folgende Top-5 Aktivitäten sind dafür grundlegend:


  1. Simple Story: Die Vision muss einfach formuliert sein. Sie muss auf ein T-Shirt passen. Nur wenn sie klar ist, wird sie klar kommunizieren. Gleichzeit muss die Vision eine Story beschreiben – was ist das Problem? Was ist unser Vorschlag zur Lösung? Warum gehen wir das jetzt an? Wenn diese Fragen leicht beantwortet werden können, können Menschen die Vision nachvollziehen und machen sich die Story zu ihrer eigenen Lebensgeschichte. Je lebhafter man über den Zielzustand reden kann, desto mehr weckt es die Ambition bei den Leuten. Wie ein guter Film spricht eine gute Vision die Erfahrungen der Leute an, bietet ihnen die Lösung zu einem Konflikt und endet mit einem Happy End.

  2. Wiederholen, wiederholen, wiederholen: Die Vision muss immer wieder erwähnt werden. Manche meinen, die Haltedauer einer Vision ist 30 Tage. Danach vergessen die Leute, worum es geht. Für einen Leiter/in mag dies langweilig sein, aber für die Leute ist es grundlegend. Das heißt nicht, dass man nur in Slogans reden muss. Die Vision kann sich zeigen, über was man Erfolge feiert und über was man sich ärgert. Bei jeder Entscheidung sollte man sich fragen, welche Alternative der Vision dient – und dies dann den Leuten kommunizieren. Dadurch bringt man die Vision immer wieder ins Spiel und macht sie lebendiger.

  3. Verkörpern: Worte sind gut – Taten sind besser. Die Vision muss sich im Leben und Fühlen der Leiter/in niederschlagen. Der Leiter/in ist so was wie das obere Limit einer Vision. Wenn die Leiter/in die Vision mit Herz und Leidenschaft leben und sie sich persönlich etwas kosten lassen, sendet das unmissverständliche Signale an die Gruppe. Und wenn sie das nicht tun, sendet das auch Signale.

  4. Feiern: Nur was du messen kannst, bekommt Aufmerksamkeit. Was man regelmäßig sichtbar macht, wird gefeiert. Daher sollte sich die Gruppe überlegen, welche Ziele man auf dem Weg der Vision erreichen will, diese Ziele immer wieder bewerten und regelmäßig die kleinen Erfolge feiern. Auch das sendet klare Signale an die Gruppe, was wichtig ist.

  5. Einladen:  Letztlich müssen die Leiter/in immer wieder Leute einladen, sich an der Vision zu beteiligen. „Go, get them“ nennt man das – einfach eine direkte Bitte an die Leute aussprechen, die Vision zu unterstützen. Energie und Zeit folgen alle nach der Entscheidung, sich für eine Vision hinzugeben. Leute wollen gut arbeiten und warten geradezu auf die Vision für ihr Leben.

Kommunikation und Kybernetik

Kapitel 2 Wie kommunizierst du deine Vision

Kommunikation und Kybernetik

Kapitel 2 Wie kommunizierst du deine Vision

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Kapitel 2 Wie kommunizierst du deine Vision

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Kapitel 2 Wie kommunizierst du deine Vision

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Öffentliche Rede

Mose redet über seine Vision mit dem Volk und dem Pharao. Jesus redet regelmäßig vor seinen Nachfolgern. Reden prägen die öffentliche Wahrnehmung. Eine Rede kann über Wohl und Wehe einer Organisation entscheiden. Menschen merken sich kaum, was du gesagt hast. Sie werden sich ca. 20% behalten und den Rest vergessen. Vielleicht vergessen Sie auch alles. Aber etwas werden Sie sich merken: Dich und deine Vision. Wenn man von Moses nichts mehr weiß, dann aber doch den Satz „Let my people go“. Oder Jesus: „Kehrt um, das Himmelreich ist nahe herbeigekommen“. Nicht alle Reden gegen über die große Vision, aber du solltest dir überlegen wie du sie regelmäßig kommunizieren kannst.


10 Punkte um eine großartige Rede zu halten:

  1. Übe die Rede vorher. Alleine und vor einer kleinen Gruppe. Übe vor dem Spiegel, beim Joggen, suche dir ausgefallene Worte und sprich sie aus.
  2. Begrüße so viele Menschen im Raum vorher wie möglich. Schüttle Hände, umarme und schaffe so viel Beziehung wie möglich.
  3. Bereite dich im Gebet vor. Bitte Gott um Weisheit was deine Botschaft sein soll
  4. Lies nicht ab. Du kannst dir eine Rede komplett merken. Auch Zahlen. Das kann man üben. Wenn es sein muss nimm dir Karten mit.
  5. Stehe gerade. Lehne dich nicht an. Hample nicht rum.
  6. Nutze Geschichten. Am Anfang und zwischendrin. Wenn du es schaffst eine persönliche Geschichte über die Dauer der gesamten Rede aufzuspannen ist das perfekt.
  7. Bleibe so einfach wie möglich. Erkläre keine Details, nutze keine Fachbegriffe. 
  8. Mach´es kurz. 15-20 Minuten reichen. Bereite dich auf 15 min vor, dann werden es 20.
  9. Nutze deinen gesamten Körper. Probiere Gesten aus und trainiere sie vorher.
  10. Sprich langsam. Mache Pausen. Wenn du zu schnell sprichst, bitte einen Freund im Publikum ein Zeichen zu machen.

Zusammenfassung:

Eine substantielle Vision erweist sich als von Bedeutung und bedarf eines zeitlichen Rahmens für ihre Entfaltung. Die Entwicklung einer effektiven Vision kann durch die Berücksichtigung von drei aufeinanderfolgenden Schritten erleichtert werden: implizite Konzeption, explizite Formulierung und strategische Planung zur Umsetzung. Es ist entscheidend, dass die Vision in Form einer einfachen, leicht verständlichen Erzählung vorliegt, die wiederholt und nachdrücklich kommuniziert wird. Um eine partizipative Haltung der Mitarbeiter zu fördern, sollten Erfolge, die auf dem Weg zur Realisierung der Vision auftreten, angemessen zelebriert werden. Darüber hinaus erfordert die Umsetzung der Vision eine bewusste Rekrutierung von Individuen, da qualifizierte Akteure oft anderweitig engagiert sind.