8.2 Krisen im Produktzyklus

Der Werdegang eines Produktes gilt nicht nur für ein Produkt, wie zum Beispiel eine neue Veranstaltung, die du in deiner Gemeinde einführen willst, sondern auch für die Gemeinde an sich. Die Dynamik und die Prinzipien dieser einzelnen Phasen gut zu kennen hilft dir sehr, dich auf die verschiedenen Herausforderungen einzustellen. 

Ich will dir ein kleines Beispiel geben, um den Produktzyklus zu verstehen:

Wenn du in deiner Gemeinde merkst, es fehlt an Evangelisation, dann kommst du vielleicht zu dem Ergebnis: Wir brauchen einen Glaubensgrundkurs, den wir starten, damit mehr Menschen sich bekehren.

Du suchst dir eine Person in der Gemeinde, die diesen Kurs mit dir beginnen soll. Du erzählst dir die Vision und das Ziel des Glaubenskurs und buchst dieser Person vielleicht auch eine Online Schulung. Die Person ist hoffentlich danach sehr motiviert und soll mit dir ein Team aufbauen, um dann in drei Monaten den Glaubenskurs zu starten. Ihr alle habt natürlich riesigen Glauben für viele Menschen! Ihr habt eine super Landingpage, wundervolle Flyer, Instagram Konto und alles, was dazu gehört, ein wunderbares Event voll zu bekommen. Denn jeder hat ja auf so etwas gewartet. 

Der Tag kommt, wo das „Baby“ auf die Welt gebraucht wird, sprich: Der große Start, das Kick-off, an dem alle gespannt die Teilnehmer erwarten. Und? Vielleicht kennst du das: Du hast wirklich alles gegeben, aber das erste Ergebnis ist enttäuschend. Von 10 Anmeldungen sind 5 schon Christen, 3 haben abgesagt, und die zwei, die wirklich noch nicht viel mit dem Glauben am Hut haben, sind ziemlich schwierige Spezialfälle! Uff. So hattest du dir das nicht vorgestellt.

Du merkst, dass dein Team auch enttäuscht ist. Du machst eine Feedback Runde nach dem ersten Abend und gibst alles, um deine Team aufzupäppeln, denn sie haben ja ihr Bestes gegeben. Einer deiner Mitarbeiter bemerkt in der Feedbackrunde: „Ich glaube, wir haben das Ganze viel zu wenig im Gebet vorbereitet! Wir müssen mehr beten! Fasten und beten!“

Diese Bemerkung legt sich wie ein unsichtbares Zentnergewicht auf deine Schultern: Noch mehr tun? Oder alles andere lassen? Bist du überhaupt ein guter Leiter? Oder ein Versager?

NEIN! Denn das, was du jetzt hören wirst, ist kein Erfolgsrezept, aber es wird dir definitiv den Druck um die Hälfte nehmen und dich auf alles, was kommt, besser vorbereiten.

Stell dir vor, du erwartest von einem neugeborenen Säugling, dass er sofort selber isst und trinkt und auf die Toilette geht! Totaler Unsinn, richtig. Ein Säugling braucht immer eine ähnliche Zeit, um all diese ganz normalen, überlebenswichtigen Dinge lernen zu können. Du kannst diese Zeiten noch nicht einmal groß abkürzen, selbst wenn du schon eine erfahrene Mutter von 4 Kindern bist. Ein Säugling braucht seine Zeit und in dieser Zeit ein spezielle Fürsorge, die er später nicht mehr braucht. 

Und genau dasselbe gilt für ein neues Projekt. Egal, was du startest, auch bei dem Start einer Gemeinde, braucht die erste Phase eine ganz eigene Fürsorge und hat ein ganz eigenes Ergebnis. Genauso wie alle vier anderen Phasen ihre eigene Fürsorge und ihr eigenes Ergebnis bringen, wenn du als Leiter es schaffst, deine Gemeinde durch diese Phase gesund hindurch zu führen.

Nun gehen wir auf die einzelnen Phasen ein:

Quelle: http://www.gymbase.de/index/themeng12/bwl/marketing_03.php