7.2 Was ist eine CI?

Die Summe der Charakteristika einer Kirche repräsentiert die Corporate Identity. Das Konzept der CI beruht auf der Annahme, dass Kirche als soziales System wie eine Person wahrgenommen wird und ähnlich handeln kann. Insofern wird der Kirche eine quasi menschliche Persönlichkeit zugesprochen. Die Identität einer Person ergibt sich für den Beobachter normalerweise aus der optischen Erscheinung sowie der Art und Weise zu sprechen und zu handeln. Betrachtet man eine Kirche als einen personalen, psychisch reifen Akteur, kann man die einzelnen Teile, die ein Kirche nach draußen und nach drinnen zeigt, nehmen und zu einem Charakter zusammensetzen – das ist die Corporate Identity.

Corporate Identity kennzeichnet nach Helmut Schmitt Siegel als: „die Persönlichkeit eines Unternehmens mit einem von innen nach außen heraustretenden Selbstverständnis, basierend auf einem Handlungskonzept für ein sichtbar gelebtes Wertesystem oder den Aufbau einer ausgeprägten Kirchenkultur.“ „vgl. auch Thomas J. Peters/Robert W. Waterman).

„Corporate Identity ist der Prozess, durch den kulturelle Identität entsteht und weiterentwickelt wird.“ „… wenn die Kirchenkultur eigenständig, konkret und sinnstiftend ausgeprägt ist und mit ihren Ausdrucksformen eine authentische Ganzheit bildet“

Hier zeige ich dir vier Bereiche, die ein CI ausmachen:

  1. Corporate Behaviour = Das Benehmen
    Corporate Behaviour, kurz CB, beschreibt das Verhalten gegenüber der Öffentlichkeit. Corporate Behaviour zeigt sich unter anderem im Finanzgebaren (monetär), der Mitarbeiterführung, im realen Umgangston (nichtmonetär) und in der Reaktion auf Kritik. Corporate Behaviour ist die Beschreibung des Verhaltens einer Kirche. Oft gibt es eine Diskrepanz zwischen Eigensichtweise, Leitlinien eines Kirchs und den realen Handlungsweisen. Das sollte nicht sein. Das Verhalten sollte festgelegt sein und sich auf biblische Grundlagen stützen, aber auch für die Zielgruppe eine Heimat sein.
  2. Corporate Communication – Kommunikation
    Corporate Communication, kurz CC, umfasst die gesamte Kirchenkommunikation – sowohl nach innen als auch nach außen. Welche Worte gebrauche ich in der Predigt, auf der Webseite, in Briefen, Mails und auf unseren Schildern. Sachlich? Jugendlich? Formell? Informell? Begeistert?
  3. Corporate Culture – Kultur
    Corporate Culture beschreibt die Objekt- und Verhaltensebene der Kirche und bildet damit eine Konkretisierung der Kirchenphilosophie. Wie sehen Feiern bei uns aus? Welche Traditionen haben wir? Was machen wir in unseren Gottesdienst besonders? Fassen wir uns an die Hände zum Schluss? Gehört das zu unserer Kultur? Wird viel gelacht? Oder ist es eher vornehm?
  4. Corporate Design – Sinneswahrnehmungen
    Unter Corporate Design, kurz CD, wird die visuelle Identität verstanden. Corporate Design findet Anwendung u. a. bei der Gestaltung von Firmenzeichen (Kirchenlogo). Corporate Wear (Arbeitskleidung), Briefbögen, Visitenkarten, Onlineauftritten, der Architektur, Farbgebung, etc. Auch Gerüche oder Geräusche können zu einem CI gehören. Vielleicht hört man vor und nach dem Gottesdienst immer Jazzmusik, weil es die Zielgruppe und natürlich dann auch die Gemeindemitglieder lieben? Oder es gibt vor den Videos immer einen kleinen Einstiegsong von unserer Kirche?

6 Tipps, wie du das Image deiner Kirche kreieren und überprüfen kannst

  • Stell dir deine Kirche als eigenständige Persönlichkeit vor
  • Erschaffe typische Merkmale und Eigenschaften, die du dir für die Persönlichkeit deiner Kirch wünschst.
  • Überprüfe z.B. durch eine Fragebogenaktion, ob deine Gemeindemitglieder sofort erklären können (was ist typisch für uns und was kommt überall drin vor?) 
  • Lasse auch das Image der Wettbewerber in der Fragebogenaktion beurteilen, um den eigenen Status bewerten zu können.
  • Sei zu jeder Zeit Vorbild für Ihre Mitarbeiter und Gemeindemitglieder. Lebe selber das Image und die Wert, die deine Kirche haben soll