7.1.4 Die geistlichen Ritterorden

Im Laufe der Kreuzzüge entstanden mehrere Orden, in denen die Ideale des Mönchtums mit denen der Ritterschaft eine Symbiose eingingen (siehe Quelle). Zu den Gelübden von Armut, Keuschheit und Gehorsam (siehe Kapitel VI.1.1) trat die Verpflichtung des Waffendienstes für die Christenheit hinzu.  

1118 gründete sich in Jerusalem der Orden der Tempelritter. Er war eine überwiegend militärische Organisation, die für die Verteidigung der Kreuzfahrerstaaten große Bedeutung gewann. Da er sich jedoch auch in Westeuropa zu einem politischen Machtfaktor entwickelte, wurde der Orden nach dem Ende der Kreuzzüge durch den französischen König massiv bekämpft und schließlich durch den Papst aufgelöst.

Der Johanniterorden, der etwa zur gleichen Zeit wie der Templerorden entstand, macht sich in erster Linie die Betreuung kranker und verletzter Pilger zur Aufgabe. Da er seine Zentrale 1530 nach Malta verlegte, wird der Orden auch Malteserorden genannt, während sich die heutige Bezeichnung Johanniterorden meist auf den evangelischen Zweig des Ordens bezieht, der im 19. Jahrhundert in Preußen ins Leben gerufen wurde. Beide Orden bestehen bis heute fort.