7.1.3 Der weitere Verlauf der Kreuzzugsbewegung

Auf den ersten Kreuzzug folgte eine Vielzahl weiterer größerer und kleinerer Kreuzzüge, die innerhalb der Geschichtsforschung nicht einheitlich bezeichnet bzw. nummeriert werden. Im Wesentlichen ging es bei diesen Unternehmen um die Verteidigung bzw. Rückeroberung der im Ersten Kreuzzug errichteten Kreuzfahrerstaaten.

1187 wurde Jerusalem durch Saladin (1137-1193), Sultan von Syrien und Ägypten, erobert und geriet somit wieder unter islamische Herrschaft. Diese Nachricht erschütterte Europa und leitete den Dritten Kreuzzug (1189-1192) ein. An diesem Kreuzzug waren viele Persönlichkeiten beteiligt, die in ihrer jeweiligen Kultur eine enorme Verehrung genießen, weshalb sich insbesondere um den Dritten Kreuzzug zahlreiche Mythen und Legenden ranken. „Sultan Saladin“ gilt als Idealbild eines islamischen Herrschers, als großer Führer und zugleich als frommer Muslim. Aber auch in der westlichen Welt genoss er stets weitverbreitete Verehrung als heldenhafter Kämpfer und edler Ritter. In der Zeit der Aufklärung setzte ihm Lessing in seiner berühmten Erzählung Nathan der Weise (1779) außerdem ein Denkmal als Vertreter religiöser Toleranz. 

Auf europäischer Seite kämpfte der sagenumwobene englische König Richard Löwenherz (1157-1199), in dessen Zeit unter anderem die berühmte Robin-Hood-Sage spielt. In der Schlacht von Jaffa (1192) fügte Richard Saladin eine schmerzliche Niederlage zu und konnte so die Stadt für die Kreuzfahrer zurückerobern. Nach dieser Schlacht kam es zum Waffenstillstand zwischen den Parteien, womit der Dritte Kreuzzug sein Ende fand. Jerusalem blieb unter der Herrschaft Saladins, Akkon wurde neue Hauptstadt des Königreichs. 1291 ging schließlich auch Akkon verloren, womit das „Königreich Jerusalem“ sein Ende fand. Für gewöhnlich wird dieses Datum als das Ende der Kreuzzugsbewegung betrachtet.