7.1.1 Grundlage von Gebet ist Anbetung

„Gebet ist der Schlüssel am Morgen und der Riegel am Abend“ (Zitat von Mahatma Gandhi). Ein erfülltes Gebetsleben ist nicht nur ein Katalysator für das eigene Leben, sondern auch für den Dienst im Reich Gottes. Diese Tugend sollte mehr und mehr entdeckt und priorisiert werden.

Eine der größten Offenbarungen ist, dass Jesus an keiner Stelle sagt, dass Gott Beter sucht. Aber er sagt in Johannes 4,21ff ausdrücklich, dass der Vater nach Anbetern sucht. Anbetung ist die Herzenshaltung, die uns beten lässt. Anbetung ist für Gott! Wenn wir zuerst Gott dienen, indem wir ihm unseren Dank und unsere Liebe bringen, wird das in uns eine Sehnsucht auslösen, dass wir seine Träume, seine Sehnsüchte durch uns ermöglicht sehen wollen. Und das lässt uns beten – garantiert!

Das ist Gottes Plan, wie der Dienst an Menschen geschehen soll. Wir dienen Gott und er dient durch seinen Geist den Menschen. Und zwar so, wie wir mit unseren menschlichen Möglichkeiten das niemals könnten. Eine Gemeinde bestehend aus königlichen Priestern – das war und ist der Traum Gottes (vgl. 1Petr 2,9)! Jesus ist der Hohepriester, der unser Priestertum erst ermöglicht hat. Er weiß, dass wir erst durch die Anbetung Gottes in unsere eigentliche Bestimmung als Kinder Gottes treten. Und Jesus wartet darauf, dass wir sie ergreifen.

Warum verlangte Gott von Mose und den Priestern, die Stiftshütte zu bauen? Die einfache Antwort heißt: Er wollte seinem Volk nahe sein.

Gott war sehr deutlich gegenüber Mose. Er sagte: „Ich möchte mit meinem Volk leben. Aber um das zu tun, musst du uns einen Ort der Begegnung bauen.“ Wir sehen das in 2. Mose 25,8, wo Gott sagt: „Und sie sollen mir ein Heiligtum machen, damit ich in ihrer Mitte wohne!“ Mit anderen Worten sagt Gott: Wenn ihr einen Ort der Begegnung weiht (einen Ort nur für mich), werde ich kommen und gegenwärtig sein und werde euer Gott sein.

Gott hat bis heute sein Ziel und seinen Plan nicht geändert. Er möchte Gemeinschaft mit uns haben und unser Gott sein und er sucht nach Orten solcher Begegnung und nach Priestern, die helfen, so einen Ort der Begegnung zu schaffen. Jesus hat seine leidenschaftliche Liebe zu uns am Kreuz demonstriert. Denn wenn das Kreuz beweist, wie viel wir Gott wert sind, beweist unsere Anbetung, wie viel Gott uns wert ist. Es gibt eine Einladung in Psalm 95,6, die sagt: „Kommt lasst uns anbeten und uns beugen, lasst uns niederfallen vor dem Herrn, unserm Schöpfer!“

Wenn wir Gottes Königreich auf der Erde bauen möchten, so wie es im Himmel ist, müssen wir die Dinge tun, die im Himmel getan werden. Im Himmel beugen wir uns. Im Himmel gibt es keine Diskussion darüber, ob sich zu beugen unserer Kultur entspricht oder nicht.

Jesus lehrte in Matthäus 6,9, dass wir zu „unserem Vater im Himmel“ beten. Wir stehen vor dem Thron Gottes, wie der Schreiber des Hebräerbriefes in Hebräer 4,16 betont. Viele Menschen haben ein Bild von Fürbitte, dass wir auf Erden zu einem Gott beten, der im Himmel thront. Doch im Epheserbrief beschreibt Paulus etwas fast Unfassbares: Wir sind mit Christus in den Thronsaal Gottes erhoben (vgl. Eph 1,20ff). Auch andere Passagen in der Bibel zeugen von dieser Tatsache (vgl. Hebr 12,22ff). Es gibt verschiedene Beschreibungen des Thronsaals Gottes (vgl. Jes 6,1ff; Dan 7,9ff), aber die ausführlichste ist in Offenbarung 4:

•          Gottes Thron: Gott ist der souveräne Herrscher des Universums (vgl. Apg 4,24). Er ist allmächtig, alles was ihm gefällt tut er (vgl. Ps 135,6) und niemand kann seiner Hand wehren (vgl. Dan 4,32). Gebet ist so mächtig, weil Gott so mächtig ist. Nichts ist ihm unmöglich. Was immer wir ihn bitten – er kann es tun (vgl. Mk 9,23).

•          Gott ist Licht (vgl. 1Joh 1,5). Er kleidet sich in Licht (vgl.Ps 104,2). Er wohnt in unzugänglichem Licht (vgl. 1Tim 6,16). Er strahlt wie die Sonne, weil er wie verzehrendes Feuer brennt (vgl. Hebr 12,19). Gott ist Liebe (vgl. 1Joh 4,8). Er brennt voller Eifer und Leidenschaft. Sein Herz glüht vor Verlangen, seine Gnade und Gerechtigkeit auf Erden zu demonstrieren. Er will handeln (vgl. Mt 8,2.3) und tut mehr als wir bitten (vgl. Eph 3,20).

•          Der Regenbogen spricht von seiner Bundestreue (vgl. 1Mo 9,8ff; Ps 89,9). Im neuen Bund können wir durch Jesus in der heiligen Gegenwart Gottes stehen. Gott wartet nur da-rauf, dass wir ihn mit Bitten bestürmen (vgl. Jes 30,18f).