5.1 Die 5 häufigsten Hindernisse für ein kontinuierliches evangelistisches Kirchenwachstum

Es gibt verschieden Hindernisse, die eine Kirche überwinden muss, um ein stetiges, evangelistisches Wachstum zu entwickeln.

  • Die 5 häufigsten Hindernisse für ein kontinuierliches evangelistisches Kirchenwachstum

1. Hindernis: Schwache evangelistische Theologie

Jede Kirche braucht eine gesunde, biblische Lehre über den Auftrag der Evangelisation. Je stärker man die Evangelisation beschränkt auf eine ganz bestimmte Art und Weise, desto weniger kann eine evangelistische Dynamik entstehen. Zum Beispiel die Theologie der Freundschaftsevangelisation: Ich kann nur einen Menschen zu Jesus führen, wenn ich eine Beziehung zu ihm aufbaue. Das macht eine Kirche davon abhängig, ob ein Kirchenmitglied seine Freunde zu Jesus führt oder nicht. Meistens ist das nämlich nicht der Fall (Umfragen zu Folge bringen nur ca. 10% der Kirchenmitglieder Menschen regelmäßig zum Glauben. Test es mit einer Befragung in der eigenen Kirche!). Noch schwieriger wird es mit der Theologie, das Evangelisation in erster Linie durch Taten und Vorbild geschieht. Hier macht man sich nicht nur davon Abhängig, wie stark die Kirchenmitglieder ein so gutes Vorbild als Christ sind, sondern auch noch, ob die Menschen, die das gute Vorbild sehen, auch noch fragen, was dieses Vorbild glaubt und ob sie diesen Glauben nicht auch bekommen könnten. Das ist höchst unwahrscheinlich!

Es braucht eine eindeutige biblische Theologie, das einer der wichtigsten Aufträge einer Kirche ist, so viele Menschen wie möglich in ihrem Umfeld zu Jesus zu führen. Und zwar nicht durch das Verkünden des Evangeliums, dem Aufruf zur Bekehrung, die Hinführung zur Taufe und der darauffolgenden Nachfolge Jesu.

2. Hindernis: Eine fehlende Vision

Wenn die Kirche eine biblische Theologie der Evangelisation hat, ist das nächste Hindernis, was zu überwinden ist, eine fehlende, einheitliche Vision. Vision ist nicht nur ein Wunschdenken, das vermittelt wird, sondern ein klares, greifbares Bild. Wo wollen wir als Kirche hin? Wie sieht das ganz genau aus? In unserem Gottesdienst? In unseren Programmen? Auf unserer Webseite? In unseren Finanzen? Diese Vision muss jedes Kirchenmitglied kennen lernen und für sich selber annehmen. Das heißt auch, dass Menschen, die sich nicht zu dieser Vision stellen können oder wollen, eventuell eine andere Kirche suchen müssen, zu deren Vision sie besser passen.

3. Hindernis: Zu viele Ziele und Programme

Wenn die Theologie und die Vision klar sind, dann kommt das nächste Hindernis: Man kann nicht viele Ziele gleichzeitig verfolgen. Stell dir vor, du bist mit einer Wandergruppe unterwegs, und die einen wollen nach Westen, die anderen nach Osten, wieder andere nach Süden und Norden. Man wird KEINES der Ziele erreichen und es bleibt alles nur Gerede oder steht belanglos auf einem Papier. Die Kirche muss den Mut und die Konsequenz haben, alle ihre Ziele und Programme durch zu gehen und bereit sein, aufzugeben, was nicht zum Hauptziel der Kirche führt. Weniger ist mehr. Dieser Prozess kann und sollte länger dauern und mit Ruhe und Liebe durchgeführt werden. Es braucht viele Gespräche und viel Gebet.

4. Hindernis: Ein fehlendes Budget

Jetzt kommt der nächste Schritt: Unsere Finanzen zeigen uns, wo unser Herz schlägt. Wenn wir als Kirche sagen, wir wollen Menschen für Jesus gewinnen, aber unsere Finanzen fließen in Gebäude, soziale Projekte, oder anderen Dingen, dann wird in dem Bereich Evangelisation wenig oder nichts geschehen. Eine wachsende Firma kann nur bestehen, wenn sie kontinuierlich 20% der Einnahmen in Marketing und Vertrieb stecken. Das sollte eine Kirche auch tun. Und um eine evangelistische Dynamik wirklich in Gang zu bringen, sollte es am Anfang sogar etwas mehr sein. Bekommt eine Kirche 10 000 Euro Einnahmen (Spenden) pro Monat, dann sollten 1000 Euro im Monat für die evangelistische Strategie ausgegeben werden: Es braucht einen festen Mitarbeiter für mindestens 2 Tage in der Woche (in größeren Kirche eine Vollzeitstelle!) und dann die Kosten für Werbung, Aktionen, etc.

5. Hindernis: Engpässe in der Strategie

Ist das alles geschafft, dann kommen nur noch die Hindernisse innerhalb der evangelistischen Vertriebsstrategie. Das bedeutet, diese Hindernisse bekommt man nur heraus, indem man den LifeCycle und später den Vertriebstrichter mit einem Team entwickelt, durchspricht, durchführt, auswertet und dann herausfindet, an welchen Punkt des Trichters zu wenig Menschen weiterkommen, um ein festes Kirchenmitglied zu werden. 

Man wird bei diesen Auswertungen immer wieder neue Engpässe finden, um sie dann auszubessern. So wird die Kirche allerdings auf Dauer stetig wachsen, indem fremde Menschen aus der Umgebung sich bekehren und zu festen Kirchenmitgliedern werden.