5.1 David Hume über Wunder und natürliche Religion

David Hume (1711-1776) wird von vielen als der Vater der naturalistischen, empiristischen Weltanschauung angesehen. Hume schrieb ausgiebig in Richtung philosophische Theologie und argumentierte gegen eine metaphysische oder übernatürliche Sicht des Universums. Humes Hauptziel war es nicht, die Existenz Gottes zu widerlegen, sondern das Gespräch weg von spirituellen Behauptungen über die Realität und hin zu natürlichen Beobachtungen der Realität zu lenken. Das, was mit den fünf natürlichen Sinnen beobachtet oder wahrgenommen werden konnte und mit den Methoden der modernen naturalistischen Wissenschaft getestet, gemessen und falsifiziert werden konnte. Für Hume waren alle religiösen Behauptungen im Wesentlichen dogmatische Verteidigungen von rein spekulativen Argumenten und daher für den reifen, modernen Verstand schlecht geeignet.

Um den religiösen Argumenten ihre Überzeugungskraft zu nehmen, versucht Hume, das zu destabilisieren, was aus seiner Sicht die Struktur des religiösen Weltbildes untermauert: Wunder und Naturreligion.