5.1.2 Macht des Mammons

„Der Habgierige erregt Streit; wer aber auf den HERRN vertraut, wird reichlich gesättigt“ (Spr 28,25).

Wir müssen zugeben, dass unsere westliche Welt von Wohlstand und einer überdurchschnittlichen Grundversorgung (Lebensmittel, Wohnraum, Gesundheitsversorgung, Elektrizität, Informationen, Wissensvermittlung, Kultur und Literatur etc.) geprägt ist. Es ist Überfluss vorhanden ist und wir können von allem lebenswichtigem sofortige Verfügbarkeit sicherstellen (Grundnahrungsmittel, Kleidung etc.). Nun könnte man meinen, dass diese wertvolle Basis es uns ermöglicht, in Frieden miteinander zu leben Das in unseren Reihen keine Versorgungsängste entstehen. Das wir gerne Überfluss teilen, damit auch andere von unseren finanziellen „Erfolgen“ profitieren können. Das wir ein Gefühl für „genug“ entwickelt haben. Das wir bedacht mit unserer Umwelt umgehen.

Wäre da nicht dieser eine Geist in und um uns, der uns genau das Gegenteil immer wieder neu suggeriert. Der Geist des Mammons. Der das penetrante Gefühl des Mangels in uns produziert, das wir nicht vollständig zufrieden sind, das wir stets nicht erfüllt sind. Der Grundgedanke daran, dass wir uns früher oder später etwas ganz besonders kaufen/leisten werden, um dann in die Erfüllung unseres Lebens überzugehen. Der Grundgedanke daran, dass wenn wir doch nur das eine oder andere erreicht, geschafft, geheiratet oder gekauft haben, es uns erst richtig gut gehen wird. Sich dann unser Leben grundlegend ändern wird… und wir dann wirklich zufrieden sein werden.

Für viele geht dieses Mangelempfinden so weit, dass sie bereit sind dafür Schulden aufzunehmen. Sich so ihre Zukunft vorwegnehmen, um doch nur diesem Gefühl nachzugehen, dass einem Erfüllung verspricht. Andere hingegen sind derart geprägt, dass sie viele Sorgen bewegen. Dass sie Angst davor haben, den aktuellen Wohlstand und Besitztümer zu verlieren. Oder falsche Investitionen zu tätigen. Die sich bekümmert fragen, wie lange es unserer Wirtschaft, unserem Wohlstand, unserem Land noch gut gehen wird? Wie viele Flüchtlinge unser Land wohl aushalten wird? Wie lange wir es wohl noch möglich machen können, so zu leben wie heute? Wird es mit dem Job wohl noch weiter so gut gehen oder werde ich meinen Arbeitsplatz verlieren? Was ist nur, wenn ich krank werde?

In unseren Gemeinden sind oftmals Interessenskonflikte geprägt vom Kapitalfluss. So hat man doch als einer der Großspender eigentlich den Anspruch mitentscheiden zu dürfen, oder? Kann ich als Pastor wirklich diesen mir aufs Herz gelegten Veränderungsprozess anleiten? Auch dann, wenn ich mir bewusst mache, dass ich Gefahr laufe, dass die großen Spender der Gemeinde diesen Weg nicht mitgehen werden? Kann ich das verantworten? Mir gegenüber? Meiner Familie gegenüber? Der restlichen Gemeinde?