4.6 Das falsche Joch der Theologie

Theologie hat sich ein Joch auferlegen lassen, dass sie schrittweise zerstört. Der Anspruch eine „Wissenschaft“ zu sein. Damit legt sie sich fest nach den Regeln einer fremden Disziplin zu spielen. Wissenschaft beobachtet Ereignisse, die beobachtbar sind. Die Regeln der dazu sind folgende:

Objektivität – Sind die Ergebnisse unabhängig vom Forscher zustande gekommen? – Sind die Daten unabhängig von den Forschern erhoben worden? – Würden andere Forscher zu denselben Ergebnissen gelangen? Methodische Ansätze: * Standardisierte Verfahren sind zu bevorzugen * Vergleich der Ergebnisse bei unterschiedlichen Datenerhebern bei sonst genau gleichem Vorgehen 

Repräsentativität – Lässt die „gezogene“ Stichprobe Aussagen bezüglich des interessierenden Sachverhalts/der Forschungsvariable zu? – Ist die Stichprobe stellvertretend für die Grundgesamtheit? Methodische Ansätze: * zwischen quantitativen und qualitativen Aspekten unterscheiden, großer Stellenwert der Art der Stichprobe/der Stichprobenziehung 

Validität – Messe ich wirklich das, was ich messen will? – Repräsentieren die Daten tatsächlich das, was ich messen will, also die zu messende Größe? Methodische Ansätze: * Face-Validity („gesunder Menschenverstand“) * Expert-Validity (Experten/Fachleute befragen) * Predictive-Validity (Vorhersagegültigkeit > V. ist erst im Nachhinein überprüfbar; self-fullfilling/detroying-prophecy) 

Reliabilität – Wie hoch ist die Genauigkeit/Verlässlichkeit von Messungen: Sind die gemessenen Unterschiede echt oder treten/traten Messfehler auf? – Treten die gleichen Ergebnisse bei wiederholter Messung erneut auf?/ Sind die Daten reproduzierbar? Methodische Ansätze: * Re-Test (Test-Wiederholung > selbes Ergebnis > Indiz für R. aber: Waage liefert immer das gleiche Ergebnis, aber das Falsche; Gefahr des Übungs-/Wiederholungseffekts) * Split-half-Method (per Zufallsauswahl werden die Testergebnisse in zwei gleiche Hälften geteilt) * Paralleltest (2 oder mehrere Tests zum selben Sachverhalt, z.B. TestVariante A und Variante B) 

© Die vier Gütekriterien wissenschaftlichen Arbeitens, www.uibk.ac.at › iezw › bernd_lederer › downloads

Wie sieht das für die Glaubenszeugnisse Mose, Noahs, Jesus aus? So gut wie keine der Kriterien wurden durch sie erfüllt. Jesus Auferstehung gibt es deswegen als wissenschaftliches Ereignis nicht, weil es nicht wiederholbar ist. Noah und seine Arche haben ebenfalls Pech gehabt – sie werden annulliert. Und hatte Mose vergessen genau zu messen wie tief das rote Meer war, in dem die Ägypter ertranken? (nicht zu vergessen Referenzbewertungen einholen)

Wenn sich der Glaube auf diese Kriterien einlässt kann er nur verlieren. Es bleibt nichts übrig, als die Auswirkung des Glaubens in den Menschen zu messen. Und genau das hat die Theologie auch gemacht. Sie ist zur Moraltheologie geworden. Dabei dürfen Sie auch nicht mehr die Moral setzen, sondern es wird gemessen, wie schnell sich Christen der jeweils herrschenden Moral anpassen können, denn sie sollen ja „lieb“ sein. 

Der Glaube ist der Knecht eines Vernunftverständnisses geworden, den die Welt vorgibt und dem die Christen hinterherhecheln. Das ist keine Lösung.