4.3 Schutzfaktoren

Die Auswirkungen selbst schwerwiegender negativer Ereignisse können durch Ressourcen gemildert werden, die der gestressten Person Ressourcen zur Bewältigung zur Verfügung stellen.  Obwohl Schutzfaktoren viele verschiedene Formen annehmen und sehr individuell sein können, abhängig von den spezifischen Stärken, Interessen und Lebensumständen einer Person, haben Forscher auch eine Reihe von gemeinsamen Faktoren identifiziert, die sich in vielen verschiedenen Studien als sehr relevant herausgestellt haben. Abhängig von ihrem sozioökonomischen Status mögen viele Menschen einige dieser Faktoren als selbstverständlich ansehen, wie zum Beispiel eine sichere Nachbarschaft. Andere jedoch, die in einem Umfeld aufgewachsen sind, das von Armut, hoher Kriminalität und überforderten, unterfinanzierten Schulen geprägt ist, wissen sehr wohl, wie diese Probleme zu einer höheren Prävalenz psychischer Probleme in ihren Gemeinden beitragen. 

Typische Schutzfaktoren sind:

  • Unterstützendes familiäres Umfeld in der Kindheit
  • Starke Ehebeziehung
  • Bildung
  • Gesunde Lebensweise (z. B. nährstoffreiche Ernährung, körperlich aktiv sein)
  • Sichere Nachbarschaft
  • Gute Bewältigungsfähigkeiten
  • Lebendige Spiritualität

Anwendung:
Was sind die kritischsten Stressfaktoren in Ihrem eigenen Leben? Welche spürbaren Auswirkungen haben sie auf Ihr Leben (z. B. Schlafprobleme, Stressessen, Reizbarkeit, Konzentrationsprobleme.) Welche Schutzfaktoren können Sie identifizieren? Überlegen Sie auch, welche Faktoren Sie vielleicht nicht erkannt haben, weil sie Ihnen einfach normal erscheinen.