4.2.1 Was ist die Idee dahinter?

Teilen ist Beziehungspflege. Im Inbound-Bereich geht es darum, Inhalte zu schaffen und sie mit der Welt zu teilen. Dabei werden Inhalte gezielt so gestaltet, dass sie Deine ideale Zielgruppe ansprechen, sie auf die Kirche aufmerksam machen und dafür sorgen, dass sie wiederkommen.

Zentrale Themen dabei sind:

• Content-Erstellung: Du generierst gezielt Inhalte, die auf die grundlegenden Fragen deiner potentiellen Interessenten eingehen und ihre wichtigsten Bedürfnisse befriedigen und teilst diese Inhalte großflächig. Zum Beispiel Blogs oder Videos über „Wie gestalte ich eine glückliche Beziehung?“ oder „Wie überwinde ich Ängste?“ Wichtig dabei ist, dass der Content ganz regelmäßig auf den gleichen Kanälen und Plattformen geteilt und auf den gleichen Werbeflächen immer wieder erscheinen, z.B. Plakate, Radiowerbung, YouTube Kanal, FB, Instagram, etc. Ohne Kontinuität und für die Zielgruppe interessanten Inhalt gibt es keinen Erfolg.

Die Fragen dabei sind: Welche Themen interessiert unsere Zielgruppe und welche Themen davon sind die, denen wir als Kirche begegnen können?

• LifeCycle: Du machst dir die Erkenntnis zunutze, dass der Mensch in der Interaktion mit der Kirche verschiedene Phasen durchläuft, und dass jede dieser Phasen unterschiedliche Marketingaktivitäten erfordert. Dieser Prozess ist ein LifeCycle. (Lifecycle nennt man einen festen, standarisierten Prozess, von dem ein fremder Mensch, der nichts von dir und deiner Gemeinde weiß, Schritt für Schritt durch den Vertriebstrichter zu einem Kunde, bzw. Promoter wird. Ein Vertriebstrichter kann, bzw. sollte mehrere LifeCycles beinhalten.) Ein Mensch sieht auf der Fahrt zur Arbeit schon wieder ein Plakat: „Wie werde ich auf meiner Arbeit erfolgreich?“, er merkt sich die Webseite. Auf der Arbeit macht er die Webseite Deiner Kirche auf, aber direkt auf der Seite:

Ein glückliches Arbeitsleben – jede Woche eine Lektion für dich, um erfolgreich und glücklich auf deiner Arbeit zu werden.  Er vertieft sich in ein paar Blogs und findet hier bei jedem Blog den Hinweis auf Bibelstellen und auf eine Beziehung zu Gott. Am Ende von jedem Blog ist ein Button, auf dem er sich für einen Glaubenskurs anmelden kann (Natürlich findet er auf der Anmeldeseite erst einmal ausgiebige Informationen zum Glaubenskurs). Außerdem gibt er seine Email ein, um auf die Seite „Glaubenskurse“ zu kommen. Auf diese Email wird der Interessent persönlich angeschrieben, von einem Mitarbeiter der Kirche. Er bietet ihm ein Telefonat an, in dem der Interessent seine ersten Fragen zum Kurs loswerden kann und außerdem bekommt er kostenlos eine Beratung zu seiner Arbeitssituation. 

Durch das Telefonat baut sich eine Beziehung auf. Mitarbeiter und Interessent bleiben so lange in Verbindung, bis der Interessent mal in einen Glaubenskurs hineinschnuppert. Usw. Wichtig ist, dass dieser Prozess genau dokumentiert und dann auch an allen Stellen verbessert wird, damit du lernst, wie ein Mensch am besten zu Jesus und in die Kirche kommt. Wenn du das einmal weißt, kannst deine Aktionen in den jeweiligen Phasen vermehren und damit auch mehr Menschen zu Jesus bringen (z.B. an mehr Stellen die Plakate aufhängen, wenn du merkst, dadurch kommen Menschen auf deine Webseite!)

• Personalisierung: Mit wachsendem Wissen über Ihre Interessenten kannst du deine Botschaften zunehmend besser auf die spezifischen Bedürfnisse deiner Zielgruppe abstimmen. Zum Beispiel merkst du mit der Zeit, dass die Interessenten den Glaubenskurs lieber Online als Webinar machen wollen. Außerdem stellen sie sich weniger die Frage, ob es überhaupt einen Gott gibt, und mehr die Frage: Warum gibt es so viele Religionen und sind die nicht auch irgendwie richtig? Diese Erkenntnisse setzt du dann in deinen jeweiligen Aktionen um.

• Multi-Kanal: Inbound-Marketing macht sich genau die Kanäle zunutze, die deine potentiellen Interessenten gern verwenden. Das heißt, auch hier braucht es stetiger Recherche: Wo treffe ich meine Zielgruppe? Wo suchen sie nach Content? Welche Informationskanäle benutzen sie? Erweitere deine Orte, wo du auf dein Angebot aufmerksam machst, kontinuierlich.

• Erfahrungswerte: Sehr wichtig ist das regelmäßige (am besten monatlich) Auswerten der unterschiedlichen Aktionen. Wie viele Menschen sind aufgrund des Plakates auf die Webseite gekommen? Wie viele Besucher der Landingpage (also die Seite, auf die Besucher, die durch das Plakat aufmerksam gemacht wurden, zuerst kommen) drücken den Button für den Glaubenskurs? Wie viele stimmen einem Telefonat zu? Wie viele lassen sich durch ein Telefonat zu einem Glaubenskurs einladen? Wenn man diese Zahlen hat, dann weiß man auch, an welchen Stellen der LifeCycle nicht weiterläuft oder stockend ist. Denn genau an diesen Stellen muss man etwas ändern und verbessern.