4.1 Das vier Ohren Modell von Friedemann Schulz von Thun

Dieses Model kennst du wahrscheinlich schon aus dem Kurs Mentoring und Seelsorge. Es geht darum, dass jede ausgesprochen Botschaft einer Person Aussagen über vier unterschiedliche Bereiche gibt. Es gilt als Sprecher genau zu vermitteln, was man dem anderen sagen will. Aber auch genau zu verstehen, was der Andere dir sagen will. Denn wenn du nicht klärst, was der andere dir sagen will, auch unterschwellig, dann führt das zu Missverständnissen und du kannst einen Konflikt nicht adäquat lösen. 

Das sind die vier Bereiche, die in einer Aussage mitschwingen:

  1. Der Sachinhalt: Was willst du rein sachlich sagen?
  2. Der Appell: Was möchtest du, dass der andere mit deiner Aussage tut? Was willst du erreichen?
  3. Die Selbstoffenbarung: Was sagst du mit dieser Aussage über dich und deinen Zustand aus?
  4. Die Beziehung: Was sage ich mit meiner Aussage über unsere Beziehung. Welche Beziehung habe ich zu meinem Gegenüber?

Um diese vier Ebenen zu klären und zu nutzen, gelten zwei Schritte:

  • Wahrnehmung von sich selber und dem Gegenüber

In einem Konfliktgespräch solltest du wahrnehmen, wie es dir geht. Wie angespannt bist du? Welche Ängste oder Sorgen hast du? Hier wäre das Ziel, Sorgen, Ärger und Ängste möglichst abzulegen, um mit “kühlem Kopf” das Gespräch lenken zu können (Denke an den “lieben” Mandelkern). Im Gespräch solltest du wahrnehmen, wie es dem anderen geht. Acht auf Körpersprache: Anteile der Kommunikation 80 % Körpersprache, 20 % Inhalt. Tonfall, Haltung, Gestik, Mimik, Art – und wann verändert sich was? 

Frage zwischendrin nach, wenn du denkst, es ist hilfreich, was der andere empfindet, welche Sorgen und Ängste er vielleicht hat, oder welchen Ärger, wenn du ihn wahrnimmst. 

  • Mehr Fragen, als Antworten

Jesus stellt seinem Gegenüber sehr oft Fragen, statt ihm oder ihr eine Antwort zu geben! 

Um herauszubekommen, was dein Gegenüber auf den verschiedenen Ebenen sagen will, solltest du diese Ebenen direkt ansprechen. Um dem anderen noch mal die Möglichkeiten zu geben, den sachlichen Teil seiner Aussage so auszudrücken, dass er sagt, was er wirklich meint, fängst du mit einer Zusammenfassung an:

“Ich habe folgendes verstanden: Du hast gesagt, dass … “ (Sachebene)

“Wie geht es dir selber damit? (Selbstoffenbarung)

“Wie siehst du unsere Beziehung, wenn du das sagst?” (Beziehung)

“Was wünschst du dir, was ich tue?” (Apell)