3.4.1 Gruppeneinflüsse auf die individuelle Leistung

Die Anwesenheit anderer hat eine stimulierende Wirkung. Zum Beispiel kann es die Leistung eines Sportlers bei einem Wettkampf steigern, wenn er von einer Menge beobachtet oder sogar angefeuert wird. In ähnlicher Weise schöpfen darstellende Künstler aus der Energie ihres Publikums. Die stärkende Wirkung, die aus der Anwesenheit anderer resultiert, wird als soziale Erleichterung bezeichnet. Dieses Phänomen tritt jedoch nur bei Aufgaben auf, die entweder gut erlernt oder relativ einfach sind. Beobachtet zu werden, während man versucht, eine ungewohnte Aufgabe zu erledigen, kann den gegenteiligen Effekt hervorrufen. Stellen Sie sich vor, Sie stehen vor der Klasse und versuchen, eine schwierige Matheaufgabe an der Tafel zu lösen. Die Angst, beurteilt oder bemitleidet zu werden, beeinträchtigt komplexere Denk- und Argumentationsprozesse.

Die Zusammenarbeit in einer Gruppe neigt auch dazu, die Produktivität des Einzelnen zu behindern, ein Phänomen, das als “social loafing” bezeichnet wird. Dies geschieht vor allem dann, wenn der Beitrag jedes Teammitglieds zum Endergebnis nicht erkennbar ist. Anstatt sich selbst voranzutreiben, neigen einzelne Mitglieder der Gruppe dazu, sich zu sehr auf ihre Teamkollegen zu verlassen. Weniger selbstbewusste Mitglieder fühlen sich möglicherweise unsicher und nehmen Rücksicht auf andere, die sie für kompetenter und fähiger halten. Einige, die weniger ehrgeizig sind, gehen davon aus, dass die typischen Leistungsträger die Arbeit übernehmen werden. Die engagierteren Mitglieder wiederum könnten frustriert sein, dass andere nicht ihren Beitrag leisten. Die negativen Auswirkungen des sozialen Faulenzens auf die individuelle Motivation können gemildert werden, indem jedem Gruppenmitglied explizit eine klar identifizierbare Aufgabe zugewiesen wird.