2.2 Die Bekehrung und das evangelistische Gespräch

Wie fange ich ein Gespräch an?

Übung:
Stellt folgende Situationen dar und überlegt euch, wie ihr ein Gespräch anfangen könnt:

  • Du sitzt im Wartezimmer einer Arztpraxis und neben dir sitzt jemand in deinem Alter. Du willst mit ihm das Gespräch anfangen.
  • Du sitzt mit deinem Nachbarn beim Grillen und willst mit ihm das Gespräch über Bekehrung anfangen.
  • Du siehst auf der Straße jemanden am Straßenrand sitzen und willst mit ihm über Jesus reden.
  • Du triffst einen langjährigen Freund im Café. Du sitzt ihm gegenüber und willst mit ihm über Jesus reden.

Probiere verschieden Möglichkeiten aus und bewerte sie.

Hier ein Vorschlag von mir:

  • Einstieg: Eine schöne Möglichkeit zum Einstieg ist immer die einfache Frage:
    Glauben sie an Gott? Diese Frage ist immer sehr interessant! Kann man jedem einfach mal fragen!
    Erkenne in der ersten Minute, ob der andere offen für das Evangelium ist! Höre dann erst mal eine ganze Zeit dem anderen einfach zu! Frage nach und versuche zu verstehen, was er glaubt und welche Not er hat!
  • Hauptteil: Dann frage ihn, ob du ihm das Evangelium mal kurz erklären kannst!
  • Schluss: Zum Schluss ermutige ich dich, zwei Dinge immer zu tun: A. einen Call to Aktion anbieten: Je nachdem wo der andere nach dem Gespräch steht, ermutige ihn, einen Schritt auf Jesus zu zugehen. Zum Beispiel: „Wenn du heute Abend schlafen gehst, starte doch einfach mit einem Gebet: Jesus, wenn es dich wirklich gibt, dann zeige dich mir! Das hört Jesus und er wird antworten!“  B. Ein Gebet von deiner Seite aus: Denke an die Kraft der Heilung! Frage dein Gegenüber, ob du für etwas beten kannst? Wenn er keine konkrete Not oder Krankheit hat, dann frage ihn, ob du ihn segnen kannst. Das schlägt normalerweise kein Mensch aus und du wirst staunen, wie stark die Kraft in diesem Gebet sein wird. 

Unterschätze nicht, wie kraftvoll ein Gespräch sein kann und das sehr oft dein Gegenüber bereit ist, sein Leben Jesus zu übergeben, aber wir als scheue Christen Angst haben, einen Menschen konkret zu fragen, ob er sich bekehrt. Fange an, es öfter zu fragen und sei nicht enttäuscht, wenn der andere verneint. Es wird ihn auf jeden Fall im Nachhinein weiterbewegen. 

Es ist herrlich, geistliche Hebamme zu sein! Jeder Christ sollte das mal erleben. Dein Glaube wird sehr viel frischer und „fruchtbarer“!

Hier ist ein Übergabegebet, bitte präge es dir ein:
Ich glaube an dich, Jesus! Dass du für meine Schuld gestorben und wieder auferstanden bist. Du lebst heute! Ich bitte dich um Vergebung für alle meine Schuld (fällt dir eine konkrete ein?). Danke, dass du mir vergibst! Ich will auch allen Menschen vergeben, die sich an mir verschuldet haben. Jesus, ich will von nun ein an ein neues Leben mit dir beginnen. Ich will mein Leben nach dir und deiner Bibel ausrichten. Erfülle mich mit deinem heiligen Geist, damit ich die Kraft und Fähigkeit habe, mit dir zu leben. Danke, dass ich jetzt dein Kind bin. Du bist mein himmlischer Vater. Danke, dass ich in Ewigkeit mit dir leben werde. Ich liebe dich, denn du hast mich zuerst geliebt! Du bist mein Gott!

    • Die Bekehrung und der Inhalt

Lerne die Heilsgeschichte kurz zu erklären (eine Zusammenfassung der ganzen Bibel in einfachen Worten). Auf dieser Grundlage kannst du immer auf Teile der Heilsgeschichte zugreifen, um im Gespräch deinem Gegenüber auf Fragen antworten zu können. Hier mein Vorschlag:

  • Wir sind von Gott geschaffen, um eine Beziehung zu ihm zu haben. Denn Gott ist Liebe!
  • Wir haben deshalb einen freien Willen bekommen, damit wir uns selber entscheiden können, ob wir mit Gott oder ohne Gott leben wollen.
  • Der Mensch will ohne Gott leben, weil er SELBER bestimmen wollte, was gut und schlecht ist, was er tut und was nicht, damit wird er von Sünde beherrscht (es gibt keinen neutralen Raum!)
  • Konsequenz: Der Mensch wird leer und kaputt innerlich und zwischenmenschlich, weil die Sünde ihn beherrscht  Leid kommt in die Welt und vermehrt sich!
  • Aber Gott kämpft um uns…. um seine große Liebe. Aber er muß etwas haben, dass unsere Schulden tilgt, weil unser Konto total verschuldet ist. Er schickt seinen Sohn! Er bezahlt am Kreuz für unsere Sünde! Damit sind wir frei von der Macht der Sünde.
  • Du kannst dieses Angebot annehmen, wenn du umkehrst und radikal ein Leben mit ihm wählst. Dich ihm unterordnest und seine Vergebung und Liebe annimmst. Wie ein Kind, das einer Adoption zustimmt. In diesem Moment gehörst du zu seiner Familie!

Das sollte jeder Christ wissen, aber erklären tut man es am besten ganz kurz und knackig in einem Bild. Zum Beispiel:

Teelicht anzünden
Wir sind wie eine Kerze gemacht. Die Flamme ist die Liebe und Freude Gottes. Die sollte in uns brennen. Aber das Böse in der Welt hat den Menschen verführt. Er wollte keinen Gott über sich. Niemandem, der ihm sagt, was Böse und was Gut ist. Der Mensch wollte SELBER bestimmen, was gut und böse für ihn ist. Das ist Sünde. Unser Egoismus, der ist wie ein Deckel! Das Licht kann da drunter nicht brennen. Gott hatte einen Plan: Jesus kam auf die Erde. Jesus kann nur den Deckel wegheben, dann kann man die Kerze anzünden. Aber nur, wenn wir bereit sind, dass Jesus den Deckel – die Sünde – wegnimmt und wir unser Leben nach ihm ausrichten. Dann kann die Flamme in uns wieder brennen.

    • Die Bekehrung und dein eigenes Zeugnis

Kaum etwas ist so kraftvoll in einem Gespräch, wie dein eigenes Zeugnis. Es ist authentisch und lebendig. Paulus erzählt sein Zeugnis immer wieder, auch später in seinen Briefen.