2.1.3 Die Sakramente

Seit den frühesten Anfängen galt die Taufe als Beginn der vollen Zugehörigkeit zur Kirche. Als Zeichen der Bekehrung und als Reinigung von allen Sünden war sie der Initiationsritus, durch den der Täufling in das Gottesvolk eingegliedert wurde. Das Osterfest galt als der bedeutendste Tauftermin. Schon recht früh entwickelte sich eine Taufliturgie, die zwar von Gemeinde zu Gemeinde variiert haben wird, aber dennoch einen klar gegliederten Ablauf erkennen lässt:

  • Absage an den Satan
  • Tauffragen sowie eigentlicher Taufakt (Untertauchen oder Begießung), anschließend Salbung
  • Handauflegung zur Verleihung des Geistes
  • Erstmalige Teilnahme des Täuflings an der Eucharistie

Der Taufe ging stets eine Zeit der Buße und der Unterweisung voraus. Spätestens ab dem vierten Jahrhundert setzte sich die Kindertaufe mehr und mehr durch.

Ebenso wie die Taufe gehörte die Feier des Abendmahls von Beginn an zu den festen Ritualen der Kirche. Anfangs wohl noch als gemeinsame Mahlzeit zelebriert, entwickelte sich das Abendmahl schnell zu einem liturgischen Teil des Gottesdienstes. Theologisch stand die Teilhabe an dem durch Christus geschenkten Heil im Vordergrund, vermittelt durch dessen Anwesenheit in den Elementen Brot und Wein. Die genaue Art und Weise, wie Christus in Brot und Wein präsent sein kann, wurde in der frühen Kirche kaum diskutiert und entwickelte sich erst sehr viel später zu einem dogmatischen Streitpunkt.