2.1.2 Multitasking erforderlich

In dieser komplexen Zeit muss nicht nur priorisiert werden, sondern eine Form des Multitaskings ist erforderlich. Jeder Mensch hat verschieden Rollen, Einflussbereiche, Verpflichtungen und befindet sich in einer bestimmten Lebensphase. Vieles kann man nicht einfach von der Agenda streichen, sondern es muss gelernt werden, mehrere Bereiche gleichzeitig zu gestalten und die Balance zu halten. Das Ziel ist, in einen eigenen, gesunden Rhythmus statt in einen gehetzten Alltag zu kommen. Dies ist natürlich nur möglich, wenn die Bandbreite an Anforderungen auch mit den Kapazitäten der Person zusammenpasst. Um dies abschätzen zu können, sollte wie oben beschrieben ein klares Verständnis der eigenen Stärken und Schwächen sowie der Berufung vorhanden sein.

Prioritäten können nach Maxwells „Drei E“ (Leadership: Die 21 wichtigsten Führungsprinzipien von John C. Maxwell) evaluiert werden:

  • 1. E: Was sind die Erwartungen?
    • Gegenüber meinem Arbeitgeber, Studienleitung, Familie, Gott…
    • Alles, was nicht direkt in meinem Aufgabenbereich fällt, wird gestrichen oder delegiert.
  • 2. E: Was bringt das beste Ergebnis?
    • Konzentrieren auf die eigenen Stärken.
    • Was zu 80 % genauso gut oder sogar besser von jemand anderem gemacht werden kann, sollte delegiert werden.
  • 3. E: Was ergibt die größte Ernte?
    • Fokus auf die Vision, Hauptziele und beste Vorgehensweisen.
    • Die größte Ernte fahren wir ein, wenn wir leidenschaftlich für eine Sache sind.

Prioritäten setzen ist eine Kunst, die man nie perfekt gelernt oder umgesetzt hat. Im Gegenteil: Es bleibt ein regelmäßiger und dauerhafter Prozess. Doch das Ziel einzuhalten, sich Prioritäten regelmäßig zu setzen und evaluieren, sollte eine hohe Priorität haben. „In order to say yes to your priorities you have to be willing to say no to something else“ (Zitat von Unbekannt).

Jeder Mensch durchläuft verschiedene Lebensphasen, die neue Möglichkeiten und neue Grenzen schaffen. Diese Lebensphasen sollte man bejahen und das Beste aus jeder Phase machen. Gott hat einen größeren Plan und er bereitet uns auf seine Art für die nächste Phase vor. Es geht Gott darum, dass wir mit ihm unser Leben gestalten und innerlich reifen – nicht nur darum, Ziele zu erreichen. Aber wenn Gott uns den ganzen Plan für unser Leben auf einmal geben würde, würden wir wohl anfangen, dem Plan zu folgen, statt ihm zu folgen. Wenn Gott uns keine Herausforderungen, Wüstenzeiten oder Proben in den Weg stellen würde, würden wir wohl anfangen, zu glauben, dass wir die Dinge aus uns heraus bewältigen können. Doch aus „… eigener Kraft sind wir dieser Aufgabe nicht gewachsen; es gibt nichts, was wir uns als Verdienst anrechnen könnten. Nein, unsere Befähigung verdanken wir Gott“ (2Kor 3,5).