2.1.1 Das Gehirn

Der menschliche Organismus nimmt durchgehend Reize auf und verarbeitet jene. Dies ist ein natürlicher Prozess, welcher nur in bestimmten Situationen der Stressreaktion zugeordnet werden darf. 

Ein eintreffender Reiz wird von den Sinneszellen aufgenommen und an den Thalamus (limbisches System) geleitet. Dort entsteht ein ungenaues Bild der Situation. Abhängig davon, ob die Situation als gefährlich eingeschätzt wird oder nicht, erfolgen nun unterschiedliche Reaktionsabläufe. 

  • Keine Gefahrensituation festgestellt: 

Wird das vom Thalamus erstellte Bild der Situation als ungefährlich eingeschätzt, so wird die Information an den Cortex (Großhirnrinde) geleitet. Dieser erstellt mithilfe von Erinnerungen ähnlicher Situationen ein konkreteres Bild. Wird die Situation erneut als ungefährlich eingestuft, ist dieser Prozess beendet. 

  • Gefahrensituation wird festgestellt:

Wird jedoch ein mögliches Risiko erkannt, so werden Signale an die Amygdala („Mandelkern“, limbisches System) transferiert. Dort entsteht eine emotionale Reaktion auf die Situation (Wut, Angst o.ä.) und die Stressreaktion wird durch den Nervenbotenstoff Glutamat ausgelöst. 

Dieser Stoff bewirkt im Locus coeruleus („Blauer Kern“, limbisches System) eine vermehrte Produktion und Ausschüttung von Noradrenalin (Nervenbotenstoff). 

Das Noradrenalin setzt nun die Stressreaktion über die Sympathikus- Nebennierenmark-Achse (SNN-Achse) fort, indem es den Sympathikus dazu anregt, ebenfalls vermehrt Noradrenalin auszuschütten. 

Das Noradrenalin stimuliert das Nebennierenmark, vermehrt Adrenalin zu produzieren. Die zwei „Stresshormone“ Adrenalin und Noradrenalin aktivieren Kreislauf, Atmung und Energiebereitstellung. Der Körper ist nun für die Reaktion, „Fight-or-flight“ (Walter Cannon 1915) – „Kämpfen oder Fliehen“, gerüstet. Das bedeutet, dass der Körper versucht, mit der Situation umzugehen, den Stress zu bewältigen. 

Wird die Gefahrensituation bereits im Thalamus erkannt: 

Zeigt das vom Thalamus erstellte, ungenaue Bild der Situation eine eindeutige Gefahr, so werden Signale direkt an die Amygdala („Mandelkern“) weitergeleitet, welche darauffolgend die Stressreaktion (s.o.) initiiert. 


Quelle: http://www.netschool.de/ler/lerzit14.htm 

Fazit: Unter Druck reagiert der Mensch nicht überlegt, sondern instinktiv, d.h. aggressiv oder regressiv. D.h. um überlegte und damit sehr gute Entscheidungen zu treffen oder Reaktionen hervorzurufen, sollte man in jedem Fall Druck aus einer Situation oder Beziehung rausnehmen. Man sollte eigene Entscheidungen immer mit „kühlem Kopf“ und gleichzeitiger „Intuition“ treffen. Gute Auswertungen und Entscheidungen treffe ich, wenn ich Gefühle wahrnehme, Informationen einhole und beides auswerte. Die Aufgabe eines Leiters ist es, zu erkennen, wenn er selber unter Druck gerät und/oder sein Gegenüber unter Druck ist. 

Dieser Druck sollte zuerst herausgenommen werden. Manchmal braucht es etwas Zeit, oder in einem Gespräch beruhigende, freundliche Worte. Eventuell auf ein positives Thema lenken. Oder nachfragen, was dem anderen gerade so Druck macht. Wie immer gilt hier: Übung macht den Meister. Je besser du dich selber und deine eigenen Gefühle wahrnehmen und reflektieren kannst, desto besser kannst du der anderen Person helfen, das zu tun. 

Merke dir: Druck und starke Emotionen vernebeln sowohl dein Einschätzungsvermögen der Lage als auch deine Fähigkeit, das Problem zu lösen!