1.3 Krisen und Wachstum in allen Lebensabschnitten

Erik Erikson (1904-1994) war ein Pädagoge und Kindertherapeut, der in Deutschland und Österreich ausgebildet wurde. In den 1930er Jahren emigrierte er in die USA. Er war der erste psychologische Theoretiker, der die Perspektive der Entwicklungsforscher über die Zeit zwischen Geburt und jungem Erwachsenenalter hinaus erweiterte. 

Als Therapeut, der mit Kindern und Familien arbeitet, verstand er, dass die menschliche Entwicklung anders verläuft als die vorhersehbare Entfaltung einer Knospe zu einer ausgewachsenen Pflanze. Die Gebrochenheit und Komplexität der menschlichen Natur macht den Prozess des Heranwachsens als Mensch einzigartig unordentlich und verletzlich. Es macht also sehr viel Sinn, dass er die Perioden unserer Entwicklung als eine Abfolge von Krisen beschreibt, jede mit ihren eigenen Wachstumsherausforderungen und einem offenen Ausgang.