1.2.2.3 Erfahrung

Wesley betonte, dass das Hauptziel der Schrift nicht darin besteht, Informationen zu vermitteln, sondern das Leben zu verändern. Hier kommt die Erfahrung ins Spiel. Es reicht nicht aus, die “richtige” Theologie zu haben, sie muss auch Auswirkungen auf das eigene Leben haben. Die Interaktion des Geistes mit dem Gläubigen ist dazu da, das Wort für den Leser lebendig werden zu lassen, eine Begegnung mit Gott in seinem Wort, im Gottesdienst, in der Gemeinde zu ermöglichen. Es ist das Einbrechen des Geistes in die Gemeinschaft der Gläubigen und das stille Suchen eines jeden Christen, das das Wort gute Früchte tragen lässt, die Gemeinschaft in Einheit wirken lässt und ein Volk Gottes hervorbringt, das gesegnet und ein Segen ist. 

Solange die Wahrheit der Schrift theoretisch ist, hat sie keine wirkliche Wirkung. Die Begegnung mit dem auferstandenen Christus, die durch die Gegenwart des Heiligen Geistes (der der Geist Christi ist) eingeleitet wird, verwandelt unser inneres Wesen, um dem Bild Jesu gleichgestaltet zu werden, und dient als der eigentliche Anstoß für die Pflege einer gesunden Tradition und die Praxis des Wortes. Nicht jede Erfahrung ist biblisch oder akzeptabel. In diesen Fällen dienen sowohl die Schrift als auch die Tradition als Kontrolle und Grenzen.