1.1.3 Der Logos (Jesus) und die Volloffenbarung

Die Ereignisse der Weltgeschichte, einschließlich des Aufstiegs Roms und der Besetzung Israels, umspannen 400 Jahre von Maleachi bis zur Geburt Jesu des Christus. In diesem Moment der Geschichte erreichen wir den Höhepunkt der Offenbarung. 

“Vor langer Zeit, zu vielen Zeiten und auf vielerlei Weise hat Gott zu unseren Vätern geredet durch die Propheten; in diesen letzten Tagen aber hat er zu uns geredet durch seinen Sohn, den er zum Erben aller Dinge eingesetzt hat, durch den er auch die Welt erschaffen hat. ” (Hebr. 1,1-2)

Jesus, Gott selbst, tritt in die Geschichte ein, um Gottes Volk (einschließlich der Heiden) von ihren Sünden durch das Brechen seines Leibes und das Vergießen seines Blutes zu retten. Es gibt ein weiteres Merkmal im Leben Jesu, das nicht übersehen werden sollte. Es findet sich in den oft verwendeten Worten “Das Himmelreich ist wie …”. Jesus offenbart sich selbst und den Vater, indem er über das Wesen des Reiches Gottes lehrt. Es gibt eine Realität, die von Jesus bewohnt wird, ein Reich, das aus dem göttlichen trinitarischen Leben besteht, das in der Welt gegenwärtig und aktiv ist. Das fleischgewordene Leben Jesu ist die buchstäbliche Darstellung dieser Wahrheit mit Haut und Haaren.

“Das Wort ist Fleisch geworden und hat unter uns gewohnt, und wir haben seine Herrlichkeit gesehen, eine Herrlichkeit wie des einzigen Sohnes vom Vater, voller Gnade und Wahrheit. ” (Joh. 1:14)

Wenn wir unsere Aufmerksamkeit wieder auf die einleitende Aussage des Schreibers des Hebräerbriefs lenken, erkennen wir eine mächtige Progression der Offenbarung, die sich an der Wende der Weltgeschichte abspielt. Am Anfang sprach Gott, er sprach zu den Patriarchen, zu Königen und Propheten, und vermittelte sein Wort durch sie. In Jesus spricht Gott selbst. Ganz Mensch, aber im Besitz der Natur und Substanz Gottes. Jesus beginnt auszupacken, wie seine Welt aussieht und wie sie funktioniert. Er legt die Realität des Himmels auf die Leinwand der natürlichen Welt und vermischt für immer das Physische und Metaphysische. Er tat dies in seiner eigenen Person (hypostatische Vereinigung) und schuf eine dauerhafte Schnittstelle zwischen der physischen und der metaphysischen Welt durch seinen Tod, seine Auferstehung, seine Himmelfahrt und die Aussendung des Heiligen Geistes. Jesus ist der Zugangspunkt für den vernünftigen Glauben. Nicht nur, weil er als historische Figur existiert, sondern vor allem, weil er eine robuste und dauerhafte Verbindung zwischen Himmel und Erde hergestellt hat. Jesus ist der Weg zu einem Glauben, der naturalistisch und supernaturalistisch ist. Mehr dazu im folgenden Abschnitt.