Lesetext 3 (teil2)

Das 4-Ohrenmodell in der Kommunikation.

Dieses Modell kennst du vielleicht aus anderen Kursen. Hier betrachten wir die Ebene der strukturierten Gruppenkommunikation.



Trotz alle Bemühungen kommt deine Botschaft nicht so an, wie du dir das gewünscht hast. Sie setzt nicht frei, sondern Menschen fühlen sich unter Druck oder verärgert? Du hattest das doch gar nicht gewollt. Was ist geschehen?

Das Kommunikationsquadrat ist das bekannteste Modell von Friedemann Schulz von Thun und inzwischen auch über die Grenzen Deutschlands hinaus verbreitet. Bekannt geworden ist dieses Modell auch als „Vier-Ohren-Modell” oder „Nachrichtenquadrat”.

Wenn ich als Mensch etwas von mir gebe, bin ich auf vierfache Weise wirksam. Jede meiner Äußerungen enthält, ob ich will oder nicht, vier Botschaften gleichzeitig:

4 Ohren

  • eine Sachinformation (worüber ich informiere) – blau

  • eine Selbstkundgabe (was ich von mir zu erkennen gebe) – grün

  • einen Beziehungshinweis (was ich von dir halte und wie ich zu dir stehe) – gelb

  • einen Appell (was ich bei dir erreichen möchte) – rot


  • Darstellung

    Ausgehend von dieser Erkenntnis hat Schulz von Thun 1981 die vier Seiten einer Äußerung als Quadrat dargestellt. Die Äußerung entstammt dabei den „vier Schnäbeln” des Senders und trifft auf die „vier Ohren” des Empfängers. Sowohl Sender als auch Empfänger sind für die Qualität der Kommunikation verantwortlich, wobei die unmissverständliche Kommunikation der Idealfall ist und nicht die Regel.


    Auswirkungen der Person des Leiter/ins auf die Kommunikation.

    Menschen sind verschieden. Nicht nur in der Art, wie sie sich geben und den Kontakt zu ihren Mitmenschen gestalten, sondern auch darin, was sie innerlich empfinden und brauchen, um sich im Gespräch und im zwischenmenschlichen Miteinander wohl zu fühlen.

    Um menschliche Unterschiede und ihre Auswirkungen auf Kommunikation und Beziehungen zu verstehen, hilft uns das Riemann-Thomann-Modell mit seiner Persönlichkeits-, Beziehungs- und Entwicklungslehre.

    Im Allgemeinen lassen sich nach Riemann (1975) und Thomann (1988) vier verschiedene menschliche Grundausrichtungen beobachten:

    Das Bedürfnis

    • nach Nähe (z.B. zwischenmenschlicher Kontakt, Harmonie, Geborgenheit)
    • nach Distanz (z.B. Unabhängigkeit, Ruhe, Individualität),
    • nach Dauer (z.B. Ordnung, Regelmäßigkeiten, Kontrolle)
    • nach Wechsel (z.B. Abwechslung, Spontaneität, Kreativität).

    Jeder kennt alle diese Bedürfnisse von sich selbst, aber im zwischenmenschlichen Geschehen werden oft nur ein oder zwei aktiviert, die dann sichtbar und als Unterschiede zwischen Menschen vor allem spürbar werden.

    Je nach Ausprägung der Grundausrichtungen sind entsprechende Bedürfnisse (Motivationen) Werte und „Lebensphilosophien” vorherrschend und zeigen sich im zwischenmenschlichen Verhalten. Ebenso sind damit bestimmte Arten und Weisen verbunden, mit Krisen und Missstimmungen umzugehen

    Aus dieser Perspektive fällt je nach persönlicher Ausgangslage die Richtung der Persönlichkeitsentwicklung für verschiedene Menschen unterschiedlich aus: Was der eine (zur Erweiterung seiner Persönlichkeit) dringend braucht, hat der andere schon zuviel!

    Quelle: https://www.schulz-von-thun.de/die-modelle/das-riemann-thomann-modell